DENKEN SIE, SIE DENKEN?
Sonderausstellung "COMPUTER.GEHIRN"
im
Heinz Nixdorf MuseumsForum 25.10.2001 - 28.4.2002
Kunst aus dem Computer
Präsentation im Heinz Nixdorf MuseumsForum
Kunstwerke aus dem Computer präsentiert das Heinz Nixdorf MuseumsForum
(HNF) in Paderborn vom 21. Februar bis zum 2. Juni. "Aaron"
ist ein Computerprogramm, das selbstständig Pflanzen und Personen
malt. Sieben Werke im Format von etwa 100 mal 70 Zentimeter sind
im HNF ausgestellt. Sie sind mit lichtbeständiger Farbe auf
Leinwand ausgedruckt und im Foyer des HNF zu sehen. Für 250
Euro können Interessierte die Unikate kaufen.
Aaron verrichtet seine Kunst zur Zeit in der Sonderausstellung
"Computer.Gehirn" des HNF, die die neuesten Exponate zur
Robotik und Künstlichen Intelligenz präsentiert. Dort
können die Besucher Aaron "über die Schulter schauen",
wie ein von ihm gesteuerter Plotter die Gemälde malt.
Aaron ist das Werk des kalifornischen Künstlers Harold Cohen,
der bereits 1974 die erste Version programmierte. Allerdings ging
Aarons Leistung über Kreise und Kästen nicht hinaus. Seitdem
hat Cohen das System ständig verfeinert, das damit zu den am
längsten weiterentwickelten der Computergeschichte gehört.
Cohen brachte Aaron immer mehr Regeln bei, über Perspektiven,
die menschliche Anatomie oder die optischen Grundlagen von Pflanzen,
etwa dass Äste mit zunehmender Länge immer dünner
werden. Ende der 1980er Jahre entstand auf dieser Basis eine schwarz-weiße
Werkserie über Menschen in einem Botanischen Garten. Anfang
der 1990er Jahre lernte Aaron mit Farbe umzugehen. Seitdem ist er
in der Lage, unablässig einmalige Gemälde mit Pflanzen
und Menschen zu malen. Andere Motive liegen außerhalb seines
Repertoires.
Die Werke von Aaron sind von großen Museen und Galerien ausgestellt
worden. Sie waren in der Londoner Tate Gallery ebenso zu sehen wie
im San Francisco Museum of Modern Art und dem Amsterdamer Stedelijk
Museum.
Die Frage allerdings, ob Aaron ein Künstler ist, bleibt umstritten.
Kritiker sprechen Maschinen künstlerische Leistungen ab, die
nur mit menschlichen Selbstbewusstsein und Denken zu schaffen seien.
Cohen hält dagegen: "Aber Aaron existiert. Es erzeugt
Kunstobjekte, die den Vergleich mit menschlichen nicht zu scheuen
brauchen, und zeigt dabei einen konsistenten Stil wie andere Künstler
auch. Wenn das, was Aaron produziert, keine Kunst ist, was ist es
dann genau, und worin unterscheidet es sich von wirklicher'
Kunst?"
Doch wenn Aarons Werke künstlerischen Wert haben, stellt sich
die Frage, wer der Urheber dieser Kunst ist. Die Regeln seiner Malweise
sind ihm von einem Menschen beigebracht worden, Aaron variiert diese
mit Hilfe seines Zufallsgenerators und erzeugt so lediglich Variationen
dieses Grundmusters. Auch wenn dies kaum als Kreativität zu
bezeichnen ist, bleiben die Ergebnisse von Aarons Schaffen für
den Betrachter erstaunlich.
Das Heinz Nixdorf MuseumsForum ist dienstags bis freitags von 9.00
bis 18.00 Uhr, am Wochenende von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet
und montags geschlossen.
Der Eintritt zur Präsentation von Aarons Werken ist kostenlos.
|